Metelen Sa., 29.10.2016

Jetzt geht es um die Wurst

 

Rasant durchgestartet: Sarah Faber, hier an der Fleischtheke ihrer K+K-Filiale, hat inzwischen schon zwei Auszubildende unter ihren Fittichen. Im Kammerwettbewerb qualifizierte sie sich für den Bundeswettbewerb. Foto: Kristian van Bentem

Metelen -

Sarah Faber steht in einem Männerberuf ihre Frau: Mit 25 Jahren ist die Metelenerin bereits Metzgermeisterin und überdies so gut in ihrem Beruf, dass sie nicht nur den Kammerwettbewerb der Handwerkskammer gewann, sondern obendrein noch den Landeswettbewerb.
Von Kristian van Bentem

Es kommt nicht selten vor, dass Sarah Faber in verdutzte Augen guckt. Das hat nicht nur damit zu tun, dass sie in einem „Männerberuf“ ihre Frau steht. „Wenn ich erzähle, dass ich Abitur gemacht und anfangs studiert habe, schütteln nicht wenige erst mal verständnislos mit dem Kopf“, erzählt sie. „Doch ich habe meine Entscheidung nicht bereut“, sagt die Metelenerin, die seit einigen Wochen in der K+K-Filiale an der Gronauer Straße in Epe arbeitet. >>>

   Metelen Do., 03.11.2016  

 

Vier Fragen an: Sarah Faber (Metzgermeisterin und Fleischfachverkäuferin)

Für wen ist der Beruf etwas – und für wen nicht?

Faber: Man sollte nicht dass stillste Blümchen sein, denn man muss sich in diesem Männerjob durchsetzen können und Kundenkontakt mögen. Dazu sollte man über eine gewisse körperliche Robustheit verfügen. So eine Rinderoberschale wiegt schnell mal sechs bis acht Kilo – und davon hebt man nicht nur eine am Tag. Muckis kriegt man davon schon, und man spart sich das Fitnessstudio. Keinesfalls darf man pingelig sein, wenn man mal Fleischsaft abbekommt. Dann heißt es: abwaschen – und weiter geht’s!

Man darf sicher keine Vegetarierin sein, wenn man diesen Beruf ergreifen will, oder?

Faber: Natürlich ist es von Vorteil, wenn man den Geschmack selbst vermitteln kann und hinter dem Produkt steht. Aber viele Vegetarier verzichten ja wegen der Tierhaltung auf Fleisch. Wenn sie sich damit beruflich beschäftigen, erfahren sie, dass Tierhaltung auch anders geht.

Ein Tipp von der Fachfrau: Woran erkennt man an der Theke gutes, frisches Schweinefleisch?

Faber: Wenn es blass ist, würde ich es nicht nehmen. Es sollte eine schöne, kräftige Farbe haben, am besten leuchtend rosé. Außerdem sollte nicht zu viel Fleischsaft rauslaufen.

Wie lange hält sich Fleisch im Kühlschrank?

Faber: Wichtig ist: Aus der Tüte nehmen, da es sonst deren Geschmack annehmen kann. Ich würde es auf einen Porzellanteller legen, abdecken, aber nicht mehr als zwei Tage aufbewahren. Gehacktes sollte noch am selben Tag verarbeitet werden.

Von Kristian van Bentem